Flöhe (Ektoparasiten)

Dr.med.vet.Petra Maritzen

Katzenfloh

Flöhe entwickelten über Zehntausende von Jahren immer wieder neue Strategien um ihr Überleben zu sichern. Dabei setzen sie wie alle Parasiten auf extrem hohe Vermehrungsraten. Flöhe sind nicht so sehr wirtsspezifisch, das heißt Katzenflöhe (Ctenocephalides felis) können auf den Hund übergehen, Hundeflöhe (Ctenocephalides canis) auf Katzen, beide auf den Menschen sowie Menschenflöhe (Pulex irritans) ihrerseits wieder auf Hund und Katze. In der Regel „liebt“ allerdings jede Flohart auch ihren spezifischen Wirt am meisten.

Ein weiblicher Floh kann bis zu 100 Eier am Tag auf seinem Wirt ablegen. Floheier sind perlmuttfarben, ca. 0,5 x 0,3 mm groß und nicht klebrig, sodass sie herunterfallen und sich in der Umgebung des Tieres, bevorzugt auf dessen Schlafplatz, in Decken, Teppichen, Bodenritzen, etc. weiterentwickeln. Über Eier, Larven und Puppen entwickeln sich Kokons, aus denen dann die erwachsenen Flöhe schlüpfen.

Erwachsene Flöhe leben auf der Haut und im Haarkleid des Wirtstieres und saugen Blut. Bei jedem Flohstich wird Flohspeichel in die Haut injiziert. Da Flohspeichel allergene Substanzen enthält, kann eine allergische Reaktion ausgelöst werden. Die Flohstichallergie geht mit starkem Juckreiz, Entzündungen, Haarausfall und Krustenbildung einher. Bevorzugte Körperstellen sind Hals, Rücken, Unterbauch, Hintergliedmaßen und Schwanzwurzel. Bakterielle Sekundärinfektionen können die Allergie komplizieren, es kann zu eitrigen Hautinfektionen kommen.

Von besonderer Bedeutung sind die von den Flohlarven bei der Nahrungsaufnahme aufgenommenen Bandwurmeier. Aus diesen Eiern entwickeln sich in der Larve und später im Floh infektiöse Bandwurmstadien. Wird bei der Fellreinigung ein infizierter Floh verschluckt, entwickelt sich im Darm ein geschlechtsreifer Bandwurm (Dipylidium caninum)!

Eine Behandlung gegen Flöhe sollte daher immer mit einer Entwurmung kombiniert werden.

Flohbefall erkennen:

Erwachsene Flöhe sind zwar mit freiem Auge sichtbar, springen aber nicht unbedingt auf ihrem Wirt herum und man kann nur ihre Spuren, den Flohkot und die Eier, erkennen.

Sollte Ihr Hund sich häufig kratzen, sich hektisch ins Fell beißen, dann kontrollieren Sie Haarkleid und Haut sorgfältig. Meist sind auf der Haut vereinzelte Flohstiche zu erkennen, lokale, rötlich gefärbte Pünktchen. Bei dunklem Fell fallen eventuell die hellen Eier auf, bei hellem Fell der dunkle Flohkot.

Kämmen Sie das Tier mit einem Flohkamm. Falls Sie Flöhe erkennen, tauchen Sie den Kamm sofort ins Wasser, um diese zu ertränken, bevor sie flüchten können. Wenn Sie dunkle Brösel entdecken, könnte es sich um Flohkot handeln. Streuen Sie die Brösel auf eine feuchte Küchenrolle, wenn sich rötliche Höfe um die Brösel bilden, handelt es sich mit aller Wahrscheinlichkeit um Flohkot, der vorwiegend aus geronnenem Blut besteht.

Prophylaxe und Therapie:

Um Flohbefall vorzubeugen, stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die Sie beim Tierarzt, in Zoofachgeschäften und Drogeriemärkten bekommen. Ungezieferhalsbänder bieten für einige Monate eine Flohprophylaxe und wirken meist auch gegen Zecken und andere Ektoparasiten.

Eine Alternative zum Halsband sind so genannte Spot-on-Präparate. Durch einmaliges Auftropfen auf die Haut (am besten zwischen den Schulterblättern, damit es der Hund nicht abschlecken kann) wird der Hund bis zu 3 Monate vor Flöhen bzw. ca. 5 Wochen vor Zecken geschützt.

Flohbekämpfung ist allerdings nur dann effektiv, wenn sie die Vermehrung der Flöhe unterbindet. Daher setzen sich sogenannte IGRs (Insect Growth Regulators) immer mehr durch. Diese wirken nicht nur gegen die erwachsenen Flöhe, sondern auch gegen alle Entwicklungsstadien wie Eier, Larven und Puppen.

Da sich bis zu 95% der Flöhe in der Umgebung des Tieres aufhalten (vorwiegend am Schlafplatz), ist die gründliche Flohbekämpfung in der Wohnung unbedingt erforderlich. Reinigen Sie den Hundekorb, waschen Sie Decken und Matratzen, auf denen das Tier gerne liegt. Saugen Sie vor allem Böden, Sesselleisten, Teppiche und Polstermöbel. Vor dem Saugen eventuell ein Stück Flohhalsband in den Staubsaugerbeutel bzw. falls Sie einen Zyklonstaubsauger haben, in den Behälter legen oder den Beutel bzw. den Behälter mit einem Insektizidspray aussprühen. Zur Flohbekämpfung in der Wohnung sind ebenfalls Sprays am besten geeignet.